Günstiger Ausstieg binnen fünf bis zehn Jahren

Deutscher Energiekonsens dank Fukushima?

Nach dem Oeko-Institut hat sich jetzt auch das Wuppertal-Institut zum Wie-Weiter-Nach-Fukushima positioniert. Unter Leitung von Manfred Fischedick, einem der einflussreichsten Energie-Experten hierzulande, stellt das WI fest, dass “adäquate Klimaschutzziele auch ohne die Kernenergie erreicht werden” können. Und anders als die Atomapologeten verbreiten, ist das auch nicht mit massiven Kostensteigerungen verbunden.

“Während auf die Hälfte der Kraftwerksleistung nahezu sofort verzichtet werden kann, ist ein vollständiger Ersatz der Kernkraftwerksleistung vermutlich binnen fünf bis zehn Jahren möglich, ohne dass die Klimaschutzziele verfehlt werden, die Stromkosten deutlich steigen und es zu Versorgungsengpässen kommt.” Die Mittel dazu sind die altbekannten: Stromsparen und Erneuerbare Energien nutzen. Aber nicht wie bisher in einer Kakophonie von Einzelmaßnahmen, sondern in einer “konsistenten Strategie.”

So hätte der Atomunfall in Fukushima für die oft wütend und unversöhnlich geführte Energiedebatte in Deutschland wenigstens einen Vorteil: Die Risiken der Kernenergie werden neu bewertet, zum ersten Mal seit Jahrzehnten wäre ein gesellschaftlicher Konsens in der Energiefrage denkbar, mit dem sich dann ein neues Energiekonzept durchsetzen lässt.


gelesen bei ZEO2

 

CO2 - und Betriebskosteneinsparpotential in Deutschland - Wahrnehmungen und Fakten

Wie schätzen deutsche Verbraucher im Durchschnitt ihren Energieverbrauch im Haushalt ein? In welchen Bereichen wird am meisten CO2 produziert?

Verschiedene Studien und Befragungen weisen auf eine Fehleinschätzung hin. Die folgende Tabelle stellt den geschätzten und den tatsächlichen Wert in Bezug auf den Energieverbrauch und somit auch der CO2 Produktion für typische Bereiche des Haushalts dar:

Bereich geschätzttatsächlichDifferenz
Heizung26%53%-27%
Warmwasser18%8%+10%
Elektro/Licht39%8%+31%
Auto14%31%-17%

Mehr als die Hälfte des Energieverbrauchs in deutschen Haushalten entsteht durch das Heizen. Dies wird massiv unterschätzt. Dem gegenüber wird der Energieverbrauch für elektrische Geräte im Haushalt  viel zu hoch eingeschätzt.



Weltweit sind die Hauptproduzenten von CO2 (weit mehr als 90%) Autos, Heizanlagen und Kraftwerke. In den Privathaushalten wird mehr als 60% der Energie für Heizen (53%) und Warmwasser (8%) verbraucht.

Das größte CO2-Einsparungspotential liegt deutlich beim Heizen. Eine Reduzierung des Bedarfs an fossilen Primär-Energieträgern wie Gas, Öl oder Kohle durch den Umstieg auf alternative Technologien, wie beispielsweise Erdwärme oder Sonnenenergie, bewirkt gleichzeitig eine deutliche Senkung der jährlichen Betriebskosten.

Eine Wärmepumpe ist beispielsweise in der Lage, bis zu 75 % des jährlichen Energiebedarfs zum Heizen und zur Warmwassererzeugung umsonst aus der Umwelt zu gewinnen. Diese 75 % müssten sonst mit teurem Heizöl oder Erdgas gedeckt werden.
 

CO2 - sparen heisst Geld sparen!

Selbstverständlich können Sie auf Ihr Auto verzichten oder Ihren Konsum komplett umstellen. Wer aber wirkungsvoll Energie sparen und die Umwelt schonen möchte, muss beim Heizen beginnen.