Wichtiges rund um den Energieausweis

Wozu dient er?

Ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland wird für Heizung und Warmwasseraufbereitung verwendet. Trotz dieses enormen Anteils an den Betriebskosten ist der konkrete Energieverbrauch für viele eine unbekannte Größe.

Mietspiegel bieten eine erste Orientierung vor einer Neuanmietung oder Vermietung. Die Nebenkosten wurden in der Vergangenheit allerdings selten erfragt. Hier soll der Energieausweis Abhilfe schaffen, objektive Informationen bereitstellen und  Vergleichsmaßstäbe setzen. Er soll Mieter und Vermieter über den Energieverbrauch von Wohnungen, Büros, Werkhallen etc. aufklären, Einsparpotentiale aufzeigen und zu Investitionen anregen.

Der Nutzen für Mieter bei Ausweisung des Energieverbrauchs: deutschlandweit genormte Vergleichswerte!
 

Wann wird er notwendig?

Für Neubauten ist der Energieausweis mit Inkrafttreten der EnEV 2007 seit 1. Oktober 2007 zur Pflicht geworden.

Die Einführung für Bestandsgebäude wurde schrittweise umgesetzt:
  • ab 01.07.2008 für Wohngebäude bis einschließlich Baujahr 1965
  • ab 01.01.2009 für Wohngebäude nach Baujahr 1965
  • ab 01.07.2009 für Nichtwohngebäude
Bis zum 30.09.2007 ausgestellte Energiebedarfsausweise nach EnEV 2002 und EnEV 2004 sowie bestimmte freiwillige Energiepässe im Bestand gemäß EU-Richtlinie für energieeffiziente Gebäude gelten 10 Jahre ab Ausstellungsdatum.

Der Energieausweis entfällt bei kleineren Gebäuden mit einer Nutzfläche unter 50 m² und bei Baudenkmälern unter bestimmten Voraussetzungen.
 

Welche Arten gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man verbrauchs- und bedarfsorientierte Energieausweise und nach Nutzung als Wohngebäude oder Nichtwohngebäude. Die Art der Nutzung ist entscheidend bei der Auswahl des Ausstellungsberechtigten.

Bei Vorlage des Ausweises bei Eigentümer- oder Mieterwechsel kann nach einem vereinfachten Verfahren vorgegangen werden: Der Eigentümer stellt die benötigten Gebäudedaten auf und lässt sie von dem Aussteller des Ausweises auf Plausibilität prüfen.

Wichtig!
Jeder auszustellende Energieausweis muss Modernisierungsempfehlungen enthalten. Ist das nicht möglich, muss darauf hingewiesen werden.
 

Was kostet er?

Die Kosten für einen Energieausweis sind gesetzlich nicht vorgeschrieben, sie werden zwischen Aussteller und Auftraggeber frei verhandelt. Sie sind abhängig von:
  • Notwendigkeit einer Ortsbegehung
  • Umfang der Datenaufnahme
  • Art des Ausweises
  • Größe und Zustand des Gebäudes
  • Komplexität der Anlagentechnik
Ermittelt der Auftraggeber wichtige Daten selbst und überreicht vorhandene Bauunterlagen, können die Kosten reduziert werden. Eine Ortsbegehung durch den Aussteller ist allerdings unverzichtbar.

Der Bearfsausweis ist teurer, da das Gebäude detaillierter erfasst und deutlich mehr Daten aufgenommen und berechnet werden müssen.

Für Nichtwohngebäude sind wesentlich komplexere Erfassungen notwendig, so dass die Kosten generell höher ausfallen als bei Wohngebäuden.
 

Wer darf ihn ausstellen?

Die Erstellung von Energieausweisen muss durch "qualifizierte und/oder zugelassene Fachleute in unabhängiger Weise" erfolgen.

Für bestehende Gebäude gelten nach EnEV § 21 folgende Bestimmungen:

Grundvoraussetzung
  • Absolventen von Universitäten und Fachhochschulen in den Fachrichtungen  Architektur, Bau, Technische Gebäudeausrüstung (TGA), Maschinenbau, E-Technik
  • Innenarchitekten
  • Eintragungsberechtigte in Handwerkerrolle und Meister der zulassungsfreien Handwerke
  • Techniker
  • Berechtigte nach Landesrecht 
Zusatzqualifikation für Wohngebäude
  • Ausbildungsschwerpunkt energiesparendes Bauen während des Studiums oder 2 Jahre Berufserfahrung (Bau, TGA)
  • Fortbildung im Bereich energiesparendes Bauen
  • öffentlich bestellter Sachverständiger im Bereich energiesparendes Bauen
Auch Personen, die nach bauordnungsrechtlichen Vorschriften der Länder bautechnische Nachweise unterzeichnen dürfen, sind zur Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Gebäude berechtigt.
 

Juristische Aspekte

Der Energieausweis ist ein Informationspapier für den potenziellen Käufer oder Mieter einer Immobilie und kann auf Verlangen in Kopie ausgehändigt werden. Ansprüche auf der Basis eines Energieausweises, z.B. auf Modernisierung, können nicht abgeleitet werden.

Bestandsmieter haben keinen Anspruch auf den Energieausweis.

Die Kosten des Energieausweises dürfen nicht als Teil der Betriebskosten an Mieter weitergegeben werden.
 

Wie sieht er aus?

Der Energieausweis beinhaltet Aussagen zu:
-  Nutzung
-  Gebäudegröße
-  Art der Energieversorgung und
-  den Energieverbräuchen.

Auf einer Band-Tacho-Skala markiert ein Pfeil, wo das Gebäude auf Grund  seines Energiebedarfs bzw. -verbrauchs eingestuft ist.

 

Kontakt


M-VENA

Energieagentur in

Mecklenburg-Vor-

pommern GmbH

G.-Hauptmann-Str. 19
18055 Rostock

Telefon: 0381 - 200 00 02
Telefax: 0381 - 200 00 01
Web: www.m-vena.de
Mail: info(at)m-vena.de

(bitte das (at) durch das @-Zeichen ersetzen)